DAX-Analyse: Ist ein Einstieg in den DAX nun sinnvoll?

Autor: Daniel | Profi-Trader und Autor | Datum: 20.06.2019

Kurz-Prognose & -Analyse

Trotz der Ankündigung von Mario Draghi das die EZB bereit ist im Notfall weitere Maßnahmen zu ergreifen ist die Situation im DAX weiterhin relativ instabil.

Die gilt zumindest für eher mittelfristig ausgerichtete Investoren. Kurzfristig ausgerichtete Trader hingegen können über einen LONG-Einstieg im Dax nachdenken, wenn sie ihn nicht sogar bereits durchgeführt haben.

Die „Zinsfantasien“ an den Märkten dürften die Märkte weiter nach oben treiben.

Die relativ schlechte fundamentale Lage sollte dabei aber nicht aus den Augen verloren werden.

Mario Draghi kündigt mögliche Zinssenkung der EZB an. 

Nachdem EZB-Präsident Mario Draghi angekündigt hat, dass die EZB bereit ist die Zinsen im Notfall weiter (und damit in den negativen Bereich) zu senken und sich auch den Kauf von Anleihen im Notfall vorstellen kann sind die europäischen Aktienmärkte stark gestiegen.

Im Folgenden Chart siehst du die prozentuelle Entwicklung des DAX für den Zeitraum von einem Monat.

Prozentuale Entwicklung des DAX im Zeitraum von einem Monat.

Sonderlich beeindruckend sieht dies nach wie vor nicht aus und das ist nicht verwunderlich. Denn an den wirtschaftlichen Problemen Deutschlands hat sich nichts geändert.

Fundamentale Daten für Deutschland weiterhin ehr mau. 

Die Deutsche Bundesbank geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung Deutschlands im zweiten Quartal sinken wird. Das Ifo-Institut sieht die deutsche Industrie bereits in der Rezession.

Nicht nur die Auftragseingänge für das verarbeitende Gewerbe sind schlecht, sondern auch die Auftragsbestände sinken nun seit vier Monaten.

Die Liste mit schlechten Nachrichten ließe sich problemlos weiter Fortsetzten.

Geht man nur von diesen Fundamental-Faktoren aus, gibt es wahrlich keinen Grund nun in den DAX zu investieren.

DAX bildet die Lage der deutschen Wirtschaft nicht ab.

Ferner darf nie vergessen werden, dass der DAX nicht dazu geeignet ist die deutsche Wirtschaft abzubilden.

Dies liegt daran, dass die deutsche Wirtschaft stark von mittelständischen Unternehmen geprägt wird, die nicht in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft geführt werden und nicht an der Börse notiert sind.

Im Dax gibt es viele Unternehmen mit grossen Problemen.

Hinzukommen speziell für den DAX eine ganze Reihe von Problemen.

Im Folgenden findest du eine Liste unserer aktuellen Bewertung der einzelnen Unternehmen aus dem DAX.

Unsere aktuelle Bewertung für die Lage der DAX-Unternehmen.

Wieso sollten wir (in einem langfristig ausgerichteten Portfolio) in einen Index investieren hinter dessen „Mitglieder“ wir zu fast 50% Fragezeichen sehen?

Trotz der Ankündigung des EZB-Präsidenten „bereitzustehen“ gehen wir daher weiterhin keine neuen Positionen im DAX ein.

Hedge des deutschen Anteils des Portfolios wurde aufgelöst.

Wir haben aber unseren Hedge für den deutschen Teil des Portfolios vorerst aufgelöst. Hierbei ist aber unbedingt zu beachten, dass sich in diesem „deutschen Teil“ auch viele Aktien oder ETF/Fonds befinden die nicht im DAX notiert sind!

Insgesamt sieht es aus unser Sicht für die deutsche Wirtschaft derzeit nicht sonderlich gut aus. Daher sind wir jederzeit dazu bereit den Hedge des deutschen Teils des Portfolios wieder zu eröffnen, auch wenn dies zulasten der Rendite geht.

Das nächste Update zu dieser Analyse erschient im Verlauf der 27. KW.

Entwicklung am Arbeitsmarkt muss im Auge behalten werden.

Was allerdings im Auge behalten werden muss ist die Situation am Arbeitsmarkt.

Die Frühindikatoren des Forschungszentrums der Bundesagentur für Arbeit deuten eine Abschwächung der positiven Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt an.

Sollte sich die Situation am Arbeitsmarkt tatsächlich mit der Zeit nachhaltig verschlechtern, würde dies natürlich auch den Binnenkonsum schwächen und damit die dann wohl letzte Stütze der Wirtschaft zum Einsturz bringen.

Noch ist dies aber nur ein mögliches, aber aktuell noch nicht akutes, Szenario.

Fazit

Es gilt weiterhin, dass wir keine neuen Positionen in DAX und CO aufbauen und den Anteil der deutschen Aktien in unserem Portfolio hedgen.

DAX-Analyse: DAX befindet sich in technisch gefährlicher Zone

Autor: Daniel | Profi-Trader und Autor | Datum: 28.05.2019

Kurz-Prognose & -Analyse

Der DAX befindet sich aktuell in einer technisch gefährlichen Zone und droht erneut zu fallen. Fundamental wird der DAX allerdings derzeit noch von den Ausgaben der Verbraucher und der guten Baubranche unterstützt.

Wir gehen weiter keine neuen Positionen im DAX ein und halten den Hedge des Anteils der deutschen Aktien im Portfolio offen.

DAX findet aktuell keine klare Richtung

Genau wie am US-Markt (siehe: Dow Jones Analyse finden auch die deutschen Märkte aktuell keine klare Richtung.

Aus technischer Sicht muss festgehalten werden, dass sich der DAX aktuell an einer sehr gefährlichen Zone befindet. Der DAX droht erneut an seiner bereits länger bestehenden Abwärtstrend-Linie nach unten abzuprallen.

Es droht ein erneuter Abpraller an der mittelfristigen Abwärtstrend-Linie.

Rücksetzter auf 200-Tages-Linie relativ Wahrscheinlich.

An den wichtigen Kurs-Niveaus hat sich seit unserer letzten Analyse vom 15.05.2019 nichts geändert. Ein Fall der Kurse auf die 200-Tages-Linie (aktuell bei 11785 und 11633) ist jederzeit möglich.

Die 200-Tages-Linien müssen im Blick behalten werden.

Ein nachhaltiges Unterschreiten der Marke von 11500 Punkten dürfte heftige Anschlussverkäufe zur Folge haben und den Beginn eines längerfristigen, mindestens jedoch mittelfristigen, „Bärenmarktes“ darstellen.

Dieses Szenario sehen wir aktuell aber nur im Falle eines endgültigen Scheitern der Handelsgespräche zwischen den USA und China als wahrscheinlich an.

Auf der Oberseite weiterhin 12500 Punkte sehr wichtige Kurs-Zone.

Auf der Oberseite gilt weiterhin, dass wir eine Aufwärtsbewegung des DAX erst bei einem Wochenschlusskurs oberhalb von 12500 Punkten wieder als stabil ansehen.


Fundamentale Lage

Aus fundamentaler Sicht wird die deutsche Wirtschaft derzeit vom starken Binnenkonsum gestützt. Auch wenn sich das Konsumklima leicht eingetrübt hat, bleiben die Deutschen aktuell sehr ausgabefreudig.

Baubranche und Endverbraucher fangen die Schwäche der Industrie derzeit noch auf.

Zusammen mit der starken Baubrache kann dieser Binnenkonsum derzeit noch die Schwäche der Industrie auffangen.

Entwicklung am Arbeitsmarkt muss im Auge behalten werden.

Was allerdings im Auge behalten werden muss ist die Situation am Arbeitsmarkt.

Die Frühindikatoren des Forschungszentrums der Bundesagentur für Arbeit deuten eine Abschwächung der positiven Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt an.

Sollte sich die Situation am Arbeitsmarkt tatsächlich mit der Zeit nachhaltig verschlechtern, würde dies natürlich auch den Binnenkonsum schwächen und damit die dann wohl letzte Stütze der Wirtschaft zum Einsturz bringen.

Noch ist dies aber nur ein mögliches, aber aktuell noch nicht akutes, Szenario.

Fazit

Es gilt weiterhin, dass wir keine neuen Positionen in DAX und CO aufbauen und den Anteil der deutschen Aktien in unserem Portfolio hedgen.

DAX-Analyse: DAX befindet sich in technischer Korrektur

Autor: Daniel | Profi-Trader und Autor | Datum: 15.05.2019

Kurz-Prognose & -Analyse

Der DAX befindet sich in einer technischen Korrektur. Der DAX befindet sich aktuell in der Nähe wichtiger Kurs-Zonen. Ein nachhaltiges Unterschreiten dieser Zonen könnte massive Kursverluste zur Folge haben. Wir halten den Hedge des langfristigen DAX-Portfolio daher offen und gehen, bis auf Zukäufen in einzelnen Aktien, derzeit keine neuen Positionen im DAX ein.

Im Zuge der Zuspitzung des Handelskonfliktes zwischen China und den USA  ist auch der DAX in eine Korrektur seiner seit Anfang des Jahres stattfinden Aufwärtsbewegung übergegangen.

Im langfristigen Chart ist eine Abwärtstrend-Linie erkennbar.

Betrachten wir einen Chart des DAX, über einen Zeitraum von 3 Jahren. Als erstes ist klar zu erkennen, dass wir nun eine deutliche Abwärtstrendlinie erkennen können. Für die Bullen wäre es zu wünschen, dass diese schnell überwunden werden kann, den sonst könnte sich diese Abwärtstrendlinie als relativ harter Widerstand etablieren.

Ob dies so kommt oder nicht hängt natürlich nicht an der Trendlinie selber, sondern an der weiteren Entwicklung der Handelsgespräche.


Wohl vorerst keine Strafzölle auf Autos aus der EU.

Im laufe des Nachmittags kam die Meldung, dass Trump die Entscheidung ob Strafzölle auf europäische Autos erhoben werden sollen um 6 Monate vertagt. Auch wenn der DAX daraufhin einen kräftigen Schub nach oben hingelegt hat ist das aus unsrer Sicht kein Grund zur Freude. Denn erstens sind damit Strafzölle immer noch möglich und zweitens bleibt die Unsicherheit über diese Frage nun noch für Monate erhalten.

Dennoch sind für uns derzeit die Aktien der deutschen Autokonzerne ein Markt von dem man die Finger lassen sollte, insbesondere im Hinblick auf langfristig ausgerichtete Portfolios. Die gesamte Branche steht vor epochalen Veränderungen und es ist derzeit nicht abzusehen wer daraus als Sieger und wer als grosser Verlierer hervorgehen wird.

Höchstens kurzfristig ausgerichtete Trader könnte versuchen von der heutigen Nachricht zu profitieren. Wir selber werden derzeit keinen Trade in dieser Richtung eingehen.

Sollte es in wenigen Monaten doch noch zu Zöllen auf europäische Autos kommen sind massive Verluste im DAX nahezu sicher.


Innere Dynamik und fundamentale Daten mahnen zur Vorsicht.

Auch die „innere Dynamik“ des DAX und die fundamentalen Entwicklungen in Deutschland lassen Raum für Skepsis, wir gehen auf dieses Thema in einer späteren ausführlicheren Analyse noch weiter ein.


Technische Lage im DAX

Werfen wir erstmal einen genaueren Blick auf die technische Lage im DAX.

DAX befindet sich an wichtiger Kurs-Zone.

Wir erkennen deutlich, dass sich der DAX grade an einem wichtigen Kursniveau befindet. Bei ca. 11840 Punkten befindet sich ein Kursniveau (blaue horizontale Linie), dass bereits 5 Mal eine wichtige Rolle gespielt hat (grüne Kreise). Bereits mehrfach hat ihr ein Wechsel von Unterstützung und Widerstand stattgefunden.

Sollte dieser Bereich unterschritten werden, wird das bisher nicht geschlossene Aufwärts-Gap kurz darunter sehr bedeutsam.

DAX hat die Hälfte der vorherigen Bewegung (Bewertung nach Dow) korrigiert.

Du siehst, dass bei ca. 11750 Punkten das „61er Fibonacci Korrekturniveau“ verläuft.

Betrachte bitte den nächsten Chart.

61er Fibo-Zone und untere Gap-Kante liegen an fast gleichem Punkt.

Ich habe genau auf das 61er Fibonacci-Korekturniveau eine grüne Linie gelegt. Du erkennst, dass an diesem Punkt auch die untere Gap-Kante eines bisher nicht geschlossenen Aufwärts-Gaps liegt.

Die Bedeutung dieser Zone wird aber erst mit dem nächsten Bild wirklich klar.

Es gilt die 200-Tages-Linien (ema und simpel) zu beachten.

Bei 11754 Punkten verläuft auch die 200 Tages Linie (ema). Wir stellen also fest, dass in dem Bereich von ca. 11750 Punkten die 200-Tages-Linie (ema) verlauft und sich die untere Kante eines bisher nicht geschlossenen Aufwärts-Gaps befindet. Es liegt also auf der Hand, dass sich hier eine sehr wichtige Kurszone befindet.

Sollte der DAX diese Zone anlaufen, dann wieder in den Bereich von ca. 11840 Punkten steigen und anschliessend den Bereich von 11750 Punkten unterschreiten wäre das ein sehr schlechtes Zeichen. Aus rein technischer Sicht könnten den DAX dann nur noch die 200-Tages-Linie (simpel) bei derzeit 16660 Punkten (Stand: 15.05.2019) vor weiteren starken Kursverlusten beschützen.

Erst über 12400 Punkten ist der DAX wieder in „sicherem Gebiet“.

Auf dem Weg nach oben befindet sich der DAX erst wieder oberhalb des Bereichs von ca. 12450 Punkten in einem für die Bullen entspannten Kursniveau.


Fazit

Nach wie vor sehen wir die besseren Chancen am US-Markt und gehen derzeit keine Positionen im DAX ein. Der „DAX-Bestandteil“ eines Portfolios sollte auf jeden Fall weiterhin gehegt bleiben, die Risiken auf der Abwärts-Seite sind weiterhin relativ gross.

Die nächste Chance für einen etwaigen mittelfristigen Trade im DAX sehen wir erst dann wieder, wenn an der DAX die 200-Tages-Linie (ema) anlaufen sollte.

Wir haben die Kursverluste im DAX allerdings genutzt um zwei im DAX enthaltene Titel nachzukaufen: Infineon und die Munich Re. Die Analysen dazu folgen in Kürze.

DAX-Analyse: US-Märkte geben den Ton an

Autor: Daniel | Profi-Trader und Autor | Datum: 07.05.2019

Kurz-Prognose & -Analyse

Es besteht weiterhin kein Grund, langfristig ausgerichtete Positionen in deutschen Aktien abzustossen. Für Neupositionierungen und kurzfristigere Trades warten wir auf Grund der angespannten Situation und der weit fortgeschrittenen Bewegung eine Korrektur ab.

Ein Blick auf den Tageschart des DAX-Future zeigt, dass der Aufwätstrend intakt ist. Der Dax verläuft in einem relativ sauberen Trendkanal nach oben und auch die Gleitenden Durchschnitte bestätigen den Aufwärtstrend.

2019-05-06-Dax Tageschart-min

Der DAX läuft in einem sauberen Aufwärts-Trendkanal

Lage bleibt angespannt

Bereits in unsere Analyse vom 08.04.2019 haben wir darauf hingewiesen, dass die fundamentale Situation im DAX wesentlich instabiler ist, als dies optisch aussieht.
Aufgrund der sehr hohen positiven Korrelation zwischen dem DAX und den US-Märkten ist der DAX, im Zuge der massiv angestiegenen US-Märkte in den letzten Wochen, stark angestiegen. Dabei war für den exportorientierten DAX die Hoffnung auf eine Lösung des Handelskonfliktes einer der Hauptkurstreiber. (siehe auch: Dow-Jones-Analyse vom 06.05.2019)

Sollten die Handelsgespräche zwischen China und den USA tatsächlich scheitern, droht dem DAX eine starke Abwärtsbewegung und der Index wäre sicher einer der am stärksten betroffenen Aktienindizes. Das in unserer letzten Dax-Analyse angesprochene Problem der schlechten Zahlen bei den Auftragseingängen setzt sich derweil im für die deutsche Volkswirtschaft so wichtigen Maschinenbau fort.

Technische Lage im Dax

Werfen wir einen Blick auf die technische Lage im DAX-Index:

Sollte es nicht zu einer kurzfristigen Entspannung im Handelsstreit kommen, gehen wir davon aus, dass der DAX auf einen Bereich von ca. 12050 – 11830 Punkte zurückfallen wird.

Der Grund für diese Einschätzung ist simpel. Bei ca. 11850 Punkten verläuft die obere Kante eines bisher nicht geschlossenen Aufwärts-Gaps. Diese Gap-Kante stellt ferner eine wichtige Umkehrzone von Unterstützung und Widerstand dar (siehe Pfeile). Zusätzlich verläuft bei 11833 Punkten die 50-Tages-Linie. Es ist also recht offensichtlich, dass in dieser Zone ein in der Vergangenheit wichtiger Kursbereich liegt.

2019-05-06-Dax Tageschart 02-min

Es wird spannend wie sich der DAX an dieser runden 12 000er-Marke verhalten wird. Fällt er darunter ist mit einem sehr schnellen anlaufen der beschriebenen Zone von ca. 11850 Punkten zu rechnen. Wird auch diese Zone gebrochen dürfte es sehr schnell in Richtung ca. 11660 Punkten gehen.

Der nächste Widerstand liegt im Bereich der letzten Hochs (siehe DAX-Future Chart oben). Für bullische Trades würden wir hier vorher gerne eine kleine Korrektur sehen.

Fazit

Die Situation an den US-Märkten und die Thematik der Handelsgespräche zwischen den USA und China geben diese Woche den Ton an. Technisch sind sowohl an den US-Märkten, als auch im DAX die Aufwärtstrends intakt, was für weiter steigende Kurse spricht. Demnach sollten Korrekturen als Einstiegsmöglichkeiten genutzt werden. Bärische Positionen kommen in Frage, falls sich das technische Bild eintrüben sollte und deutliche bärische Signale auftreten.

Long im DAX –Chance oder Risiko?

Datum: 08.04.2019

Kurz-Prognose & -Analyse

Der DAX folgt dem globalen bullischen Gesamtmarkttrend, dessen Impulse hauptsächlich aus den USA kommen. Das technische Bild hat sich deutlich aufgehellt. Jedoch sehen wir einige Risiken auf der fundamentalen Seite und der DAX zeigt im Vergleich zu den US-Märkten relative Schwäche. Long-Positionen setzen wir daher haupsächlich an den US-Aktienmärkten um.

In der letzten DAX-Analyse vom 11.03 haben wir die charttechnische Situation im DAX Index angeschaut. In der heutigen Analyse werfen wir einen Blick auf die Fundamentalanalyse bzw. einige Wirtschaftsdaten, die zuletzt im Fokus standen, und gehen der Frage nach, ob es Sinn macht eine neue Long-Position im DAX einzugehen. Ferner prüfen wir, ob im Falle einer bereits bestehenden long-Position diese gehalten, abgesichert oder liquidiert werden sollte.

In den letzten Tagen hat der DAX nochmals eine massive Aufwärtsbewegung hingelegt, seit Anfang des Jahres beträgt das Plus über 10%. Genau wie der Dow Jones (siehe Dow Jones Analyse) hat der DAX damit einen Grossteil seiner Ende 2018 erlittenen Verluste wieder ausgeglichen.

Auch rein technisch sieht die Situation im DAX nun wieder deutlich besser aus, insbesondere mit dem Überschreiten der 200-Tages-Linie hat sich das technische Bild sehr stark gebessert.

Technische vs Fundamentale Analyse

Es sollte jedoch die Frage gestellt werden ob die Technische Analyse durch die Fundamentale Lage bestätigt wird.

Betrachten wir dazu das folgende Bild, das die Auftragseingänge der Deutschen Industrie zeigt.

Auftragseingänge Deutsche Industire - 2019-04-08

(Quelle: Deutsche Bundesbank

Link: https://www.bundesbank.de/de/statistiken/unternehmen-und-private-haushalte/auftragseingang)

Es ist deutlich zu erkennen, dass sich die Auftragseingänge der Deutschen Industrie in einem Abwärtstrend befinden, der sich seit Anfang 2019 nochmals stark beschleunigt hat. Vor wenigen Tagen erst wurde der schlechteste Monatswert für die Auftragseingänge seit der letzten Finanzkrise vermeldet.

Dennoch stieg der DAX an diesem Tag um über 1%. Wie kann das sein?

Erstmals muss gesagt werden, dass die Auftragseingänge ein „vorauslaufender Indikator“ sind, aber natürlich auch nicht alleine betrachtet werden dürfen.

Betrachten wir den Auftragsbestand:

Auftragsbestand deutsche Industrie 2019-04-08

Hier ist klar zu erkennen, dass dieser immer noch sehr hoch ist. Trotz der immer weiter sinkenden Auftragseingänge kann die Deutsche Industrie also weiterhin produzieren, weil sie einfach immer noch „alte“ Aufträge arbeiten muss. Aus diesem Grund sinken auch nicht die Beschäftigungszahlen (was auch mit der demografischen Entwicklung zu tun hat, aber das ist ein anderes Thema).

Hoffnung & Spekulationen treiben den DAX

Der Gedanke „Ok, wenn die Industrie noch viele Aufträge abarbeiten muss sind die sinkenden Auftragseingänge ja nicht so schlimm“ ist aber nicht der Grund für die Diskrepanz zwischen aktueller Fundamentaler Bewertung und der Richtung des DAX.

Denn aktuell ist der DAX rein spekulationsgetrieben. Die Spekulation kommt dabei aus den USA und China. Erstens besteht die Hoffnung, dass es zu einer Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China kommt und Zweitens besteht die Hoffnung, dass die Massnahmen der chinesischen Notenbank Früchte tragen werden (die chinesische Notenbank verringert die Bedingungen zur Kreditvergabe an Unternehmen immer weiter und pumpt Geld in den Markt.)

Die Hoffnung ist, dass, wenn beides „gutgeht“ grade die Bestellungen aus dem Ausland wieder zunehmen und damit die Auftragseingänge der Deutschen Industrie wieder zunehmen. Für den DAX ist das von entscheidender Bedeutung, da der DAX ein sehr „industrielastiger Index“ ist. Es kann eine ganz simple Formel aufgestellt werden:

Es geht der Industrie schlecht = es geht dem Dax schlecht.

Die Formel ist aber rein theoretisch, da an der Börse eben nicht nur Fakten, sondern zu einem ganz erheblichen Teil auch Gerüchte und „Hoffnungen“ gehandelt werden.

Aus diesem sehr simplen Grund sind die Bewegungen an den Börsen auch nicht, im Sinne einer exakten Wissenschaft, berechenbar.

Es besteht also die offensichtliche Gefahr, dass der DAX einen massiven Einbruch erleben würde, wenn beide „Hoffnungen“ nicht aufgehen.

Ferner wird missachtet, dass Donald Trump „Europa für China opfern könnte“. Was ist damit gemeint? Es könnte tatsächlich zu einer Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China kommen, sich im Gegenzug die USA aber nun ganz um den „Problemfall Deutschland“ kümmern. Denn die hohen Exportüberschüsse von Deutschland sind den USA schon seit Jahren ein Dorn im Auge.

Kurz: Es könnte zu Strafzöllen auf europäische Autos kommen. Da die Automobilbranche Deutschlands wichtigste Wirtschaft ist, würde dies zu so massiven Verwerfungen in den Bilanzen wichtiger Unternehmen führen, sodass der positive Effekt aus einer Einigung zwischen den USA und China negiert werden könnte.

Das zusätzliche „Dauerthema“ des Brexit haben wir dabei in dieser Analyse nicht mal angesprochen.

Aufgrund der sehr vielen (nicht berechenbaren) Variablen von denen die weitere Entwicklung der Kursrichtung des DAX abhängt, sind aus unserer Sicht mittel- bis längerfristige Long-Positionen im DAX aktuell als riskant einzustufen.

Für Long-Positionen, insbesonders im kurz- bis mittelfristigen Trading bevorzugen wir daher aktuell die amerikanischen Märkte.

Wenn man bereits Long-Positionen hält, sollten dies zwar, aktuell, gehalten werden, aber in einem nicht stark spekulativen Portfolio sollte man seine Longs derzeit nach unten absichern.

Denn sollten sich die ganzen Hoffnungen auf denen die Kursanstiege der letzten Zeit beruhen als „heisse Luft“ herausstellen, ist ein (mit Sicherheit dann sehr schnell verlaufender) Einbruch des DAX unvermeidlich.

Fazit:

Es bestehen derzeit zwar Chancen auf der „Seite nach oben“ (also für Long-Setups im DAX). Diese sollten aber in der derzeitigen wirtschaftlichen/politischen Gesamtlange nicht zu hoch bewertet werden. Die Risiken die auf der Unterseite bestsehen sind gross, weswegen bei bereits bestehenden Long-Positionen über eine Absicherung mit Hilfe von Optionen zumindest nachgedacht werden sollte.

Die amerikanischen Märkte geben grundsätzlich den Ton an und der DAX folgt meist den Entwicklungen in den USA. Die amerikanischen Aktienindizes zeigen im direkten Vergleich zum DAX nach wie vor relative Stärke, weshalb wir grundsätzlich noch bullisch sind, uns für Long-Trades auf Grund der in dieser Analyse dargelegten Gefahren aber eher auf die US-Aktienmärkte konzentrieren.

DAX: Aufwärtstrend intakt

Datum: 11.03.2019

Kurz-Prognose & -Analyse

Wir sind nach wie vor bullisch, solange der DAX über 11.300 Punnkten notiert und Rückenwind von den amerikanischen Märkten herrscht. Die insgesamt besseren Chancen auf der Long-Seite sehen wir allerdings an den US-amerikanischen Aktienmärkten.

Wie auf dem Tages-Chart zu erkennen ist, befindet sich der DAX in einem intakten Aufwärtstrend und korriegierte jüngst bis an das vorherige Hoch, was ein typisches Verhalten ist. Im Bereich zwischen 11.250 – 11.400 Punkten befindet sich eine wichtige Unterstützungszone (vorheriges Hoch, Tages-EMAs 20, 50, 100, Trendlinie) Dieser Unterstützungsbereich ist aktuell eine kurzfristige Entscheidungszone und bietet Potential, dass der DAX von hier ausgehend seine Trend-Bewegung wieder aufnimmt. Bei einem Tagesschlusskurs unterhalb von 11.300 würde sich das Chartbild deutlich eintrüben.

Dax Daily - Trend Unterstützung Widerstand

Die Korrektur der letzten Tage begann nach einem Abprallar an der Tages-EMA 200. Wie auf dem Wochenchart zu sehen ist, liegen in diesem Kursbereich bei ca. 11.650 Punkten auch die lokalen Tiefs von 2018, und somit ist der Widerstansbereich deutlich zu erkennen. Aufgrund des aktuellen Aufwärtstrends, der Stärke der US-Märkte, sowie der bis in den Sommer hinein positiven Saisonalität bleiben wir aktuell jedoch bullisch, und sehen gute Chancen auf weiter steigende Kurse und einen Ausbruch über die aktuellen Widerstände in den nächsten Wochen. Ein nachhaltiger und deutlicher Ausbruch über den Widerstandsbereich würde gleichzeitig ein weiteres bullisches Signal liefern und Chancen auf der Long-Seite eröffnen.

Dax Weekly - Bollinger Bänder und Seaosnal Trend