EUR/USD bricht Abwärtstrend (19.10.2019)

Autor: Tobias SchmidAutor: Tobias Schmid | Profi-Trader und Website-Betreiber
aktualisiert am: 19.10.2019

Der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar seit seinem Tief bei 1.0879 im Okotober bereits fast 300 Pips zulegen und somit über 50% des vorangegangen Abwärtstrends seit Juni 2019 „neutralisieren“ . Vergangene Woche wurde der Abwärtstrends charttechnisch gebrochen.

EUR_USD_Abwaertstrend_gebrochen

Der EUR-USD bricht zunächst die Abwärtstrendlinie und anschließend den Abwärtstrend (letztes lokales Hoch des Trends)

Kurz-Prognose & -Analyse

Der EUR/USD hat den Abwärtstrend gebrochen, jedoch ist es unwahrscheinlich, dass der Widerstandsbereich bei ca. 1.12 EUR/USD ohne vorherige Korrektur gebrochen wird. Wir schreiben Call- und Put-Optionen mit Strikes von ca. 1.15 und 1.09. Eine Korrektur im November würde aufgrund des saisonalen Verlaufs Ende November bzw. Anfang Dezember Gelegenheit bieten, direktionale Long-Trades zu eröffnen.

Woher kommt die Euro-Stärke?

Die Stärke des Euro ist vor allem eine Schwäche des US-Dollar. Neben dem EUR/USD erleidete der US-Dollar in jüngster Vergangenheit Verluste gegenüber allen wichtigen Major-Währungen, wie dem GBP, AUD, CAD, JPY, NZD, CHF. Ein Blick auf den Tageschart des US-Dollar-Index ($DX) verdeutlicht die aktuelle Schwäche des Dollars.

USD_Index

Der USD-Index zeigt die Schwäche des US-Dollars.

Weitere Zinssenkung wahrscheinlich

Der US-Dollar konnte sich trotz einer Trednwende in der Zinspolitik der FED dieses Jahr gut behaupten. Der Markt scheint nun aber allmählich zu begreifen, dass der eingeschlagene Kurs fortgesetzt wird und weitere Zinsschritte folgen werden. Das FedWatch Tool zeigt, dass die Markterwartung für eine Zinssenkung Ende Oktober eine Wahrscheinlichkeit von über 90% beträgt.

FedWatch_Tool

Eine weitere Zinssenkung am 30. Oktober 2019 scheint ausgemachte Sache

Aktuelle Trading-Chancen

Der EUR-USD ist zwar charttechnisch long ausgebrochen; allerdings ist die Bewegung schon weit vortgeschritten und im Bereich von 1.12 befindet sich die nächste stärkere Widerstandszone.  Außerdem ist der November aus Sicht der saisonalen Analyse ein eher schwacher Monat für den Euro, der Dezember hingegen wieder ein saisonal starker Monat.

Long Trades halte ich daher für interessant, falls es im November zu einer Korrektur kommt, und Ende November bis Anfang Dezember Long-Signale entstehen. Sollten kommende Woche Candlestick-Umkehrsignale entstehen und durch das Volumen bestätigt werden, sind kurzfristige Shorts möglich.

Da die Implizite Volatilität im EUR-Future etwas angestiegen ist, bietet sich durchaus auch der Verkauf von Optionen an. Da der Dollar schwach ist, im EUR-USD aber die nächsten Widerstände warten, kann man mit einem Short-Strangle, dessen Stirkes über dem Widerstand und unter der Unterstützung liegen (Delta 8-10) auf eine Korrektur oder Konsolidierung setzen.

EUR_USD_Prognose

Widerstand im Bereich 1.12 EUR/USD. Bei einer Korrektur werden aus Sicht der Saisonalität Long-Trades im Dezember wieder interessant.