USD/JPY testet Tages-EMA 200 (21.10.2019)

Autor: Tobias SchmidAutor: Tobias Schmid | Profi-Trader und Website-Betreiber
aktualisiert am: 21.10.2019

Vergangene Woche testete das Währungspaar USD/JPY den Widerstandsbereich bei 108.70 – 108.85, worauf ein bärischer Abpraller erfolgte. In diesem Kursbereich befinden sich die lokalen Hochpunkte vom Juli 2019, die Tages-EMA 200, sowie das obere Bollinger-Band. Eine Kursreaktion ist dementsprechend nicht verwunderlich.

USD_JPY_Tageschart_EMA_200

USD/JPY prallt am Widerstandsbereich bei ca. 1.0885 ab

Kurz-Prognose & -Analyse

Kurzfristig besteht Short-Potential. Long-Trades kommen bei einem Ausbruch über den Widerstandsbereich oder bei einer deutlichen Korrektur in Frage. Allerdings sollte beim Handel des USD/JPY unbedingt auf die Intermarket-Korrelationen (Nikkei bzw. Aktienmärkte, Bond-Märkte) geachtet werden. Ich habe vor einigen Tagen bereits einen Short-Strangle eröffnet, der aktuell noch läuft.

Der Yen zeigt grundsätzlich eine sehr starke negative Korrelation mit dem Japanischen Leitindex Nikkei. Anders ausgedrückt: der USD/JPY (sowie weitere JPY-Paare) weisen eine sehr starke positive Korrelation mit dem Nikkei auf. Aus diesem Grund sollte man beim Handel des JPY immer auch den Nikkei im Blick haben.

Wie wir auf dem Wochenchart sehen, befindet sich auch der Nikkei an einem wichtigen Widerstandsbereich, sowie im übrigen auch die amerikanischen Indizes und auch der DAX. Sollte es in den kommenden Tagen/Wochen zu deutlichen Bewegungen an den Aktienmärkten kommen, wird dies auch das Währungspaar USD/JPY beeinflussen.

Nikkei_Wochenchart

Der Nikkei zeigt eine sehr hohe Korrelation zum Währungspaar USD/JPY

Aktuelle Trading-Chancen im USD/JPY

Vor einigen Tagen habe ich bereits einen Short-Strangle auf den Yen-Future aufgesetzt. Der Trade läuft aktuell noch und profitiert von einer rückläufigen Volatilität.

Für neue Trades ist meines Erachten entscheidend, wie es an den Aktienmärkten weitergeht. Da aktuell der S&P 500 vor dem Widerstandsbereich in der Nähe der Allzeithochs steht und auch der Nikkei direkt am Widerstandsbereich angekommen ist, ist eine Korrektur im USD/JPY nicht unwahrscheinlich.

Für einen Ausbruch über den Widerstandsbereich ist wohl ein erneuter fundamentaler Impuls nötig. Aktuell sind der Handelsstreit, der Brexit, und die Zinspolitik der FED die wichtigsten Themen. Wie in der EUR/USD Analyse beschrieben, sollte auch der US-Dollar beobachtet werden. Nur falls dieser sich stabilisieren kann, würden Long-Trades im USD/JPY in Frage kommen.