Autor: Tobias SchmidAutor: Tobias Schmid | Trader & Privatanleger
veröffentlicht am: 11.06.2020

Stock Picking ist gewissermaßen das Gegenteil von passivem Investieren mittels ETFs. Welche Anlagestrategie erfolgreicher ist, bzw. ob durch Stock Picking der Markt geschlagen werden kann oder nicht ist scheinbar eine Grundüberzeugung, an der es für Anhänger der einen oder der anderen Anlage-Philosophie nichts zu rütteln gibt. Fakt ist: Erfolgreiche Investoren haben in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass Renditen erzielt werden können, die weit über dem Durchschnitt des Marktes liegen. In diesem Artikel lernst Du, was Stock Picking ist und wie es in der Praxis eingesetzt werden kann.

Was ist Stock Picking?

… besser als der Durchschnitt

Als “Stock Picking” (auf Deutsch: Aktien auswählen) bezeichnet man eine Anlagestrategie bzw. einen Bestandteil einer Anlagestrategie, wobei versucht wird, durch gezieltes Investieren in einzelne Unternehmem/Aktien eine Überrendite (Outperformance) gegenüber dem Gesamtmarkt zu erzielen. Die Aktien werden dabei in der Regel im Rahmen einer Strategie nach bestimmten fundamentalen und/oder charttechnischen Faktoren ausgewählt.

Die Ziele des Stock Pickings müssen nicht zwingend eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt sein. Es können auch andere Faktoren eine Rolle spielen, wie bspw. Volatilität, Risiko, ethische Gründe, regelmäßige Ausschüttungen, steuerliche Faktoren etc.

Key Takeaways

  • Gezieltes Investieren in einzelne Aktien wird als Stock Picking bezeichnet.
  • Ziel ist es meist, eine Überrendite zu erzielen.
  • Bekannte Stock-Picking-Strategien sind u.a. Value Investing, Growth Investing, Dividendenstrategie.

Wie funktioniert Stock Picking?

Auswahlkriterien & Strategien

Es gibt zahlreiche verschiedene Anlagestrategien, die auf Stock Picking setzen. Die Ziele der jeweiligen Strategie sowie die Auswahlkriterien für die Aktien sind dabei unterschiedlich.

Auswahlkriterien

Bei der Akitenauswahl spielen häufig fundamentale Aktienkennzahlen eine Rolle, wie bspw.:

  • KGV
  • KBV
  • Dividendenrendite
  • Discounted Cashflow
  • Marktkapitalisierung
  • etc.

Auch subjektive Einschätungen können eine Rolle spielen, wie bspw.:

  • Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens
  • Insolvenzrisiko
  • aktuelle Branchen-Trends
  • etc.

Außerdem können Aktien anhand charttechnischer Kriterien ausgewählt werden. Dabei werden u.a. folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Trend
  • Momentum
  • Gleitende Durchschnitte
  • Relative Stärke
  • Volumen
  • etc.

Stock Picking Strategien

Da der Begriff “Stock Picking” relativ unkonkret ist und verschiedene Anlagestrategien als Stock-Picking-Strategien bezeichnet werden können, findest Du nachfolgend einen Überblick über einige der bekanntesten Strategien, sowie einen Link zu einem ausführlichen Artikel zur jeweiligen Strategie.

Value Investing

Value Investoren ermitteln mit Hilfe von fundamentalen Bewertungskriterien den inneren Wert eines Unternehmens und kaufen Aktien, bei denen der innere Wert im Verhältnis zum aktuellen Börsenwert günstig ist. Dabei wird auf Unternehmen gesetzt, die in der Vergangenheit bereits bewiesen haben, dass ihr Geschäftsmodell profitabel ist und bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass auch in Zukunft mit stabilen bzw. steigenden Umsätzen und Gewinnen zu rechnen ist.

Zum Artikel:

Value Investing

Growth Investing

Beim Growth Investing wird in Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial investiert. Ziel ist es, Aktien zu finden, die in den kommenden Jahren eine deutlich bessere Performance als der Gesamtmarkt aufweisen. Dabei handelt es sich oft um Unternehmen mit neuen und innovativen Produkten und Dienstleistungen. Allerdings geht mit dem hohen Kurspotenzial auch ein erhötes Risiko einher.

Zum Artikel:

Growth Investing

Dividendenstrategie

Die Dividendenstrategie setzt auf Unternehmen, die eine überdurchschnittlich hohe Dividende auszahlen bzw. eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite haben. Ziel kann es einerseits sein, einen regelmäßigen Cashflow zu erzielen. Außerdem gelten Aktien mit einer langfristig stabilen oder steigenden Dividendenhistorie häufig als krisensicher und langfristig profitabel.

Zum Artikel:

Dividendenstrategie