Autor: Tobias SchmidAutor: Tobias Schmid | Profi-Trader und Website-Betreiber
veröffentlicht am: 23.11.2019

Beim Optionshandel haben Anleger und Trader die Wahl zwischen zahlreichen verscheidenen Optionen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Basispreisen. Die Wahl des Basispreises – auch Ausübungspreis genannt – spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg oder Misserfolg einer Optionsstrategie.

Was ist der Basispreis (Ausübungspreis) bei Optionen?

Definition & Erklärung

Der Basispreis einer Option – auch: Ausübungspreis, engl.: Strike – ist derjenige Preis des Underlyings, zu dem der Optionskäufer (im Falle einer Ausübung der Option) das Underlying kaufen (Call-Option) oder verkaufen (Put-Option) kann. Der Optionsverkäufer ist im Falle der Ausübung der Option durch den Käufer verpflichtet, das Underlying zum Basispreis/Ausübungspreis zu verkaufen (Call) bzw. zu kaufen (Put). Für jeses Underlying stehen eine Vielzahl unterschiedlicher Optionen mit verschiedenen Ausübungspreisen (und Laufzeiten) zur Verfügung.

Den richtigen Basispreis auswählen

Für jedes Underlying, auf das Optionen handelbar sind, stehen eine Vielzahl verschiedener Optionen mit verschiedenen Basispreisen zur Auswahl. In der Handelssoftware kann man eine sogenannte Optionskette laden. Die Optionskette ist eine Liste der Optionen eines Underlyings, geordnet nach Laufzeit und Strike.

Basispreis_Ausuebungspreis_Optionskette_Dax

DAX-Optionskette mit versch. Ausübungspreisen (Basispreisen)

Welcher Strike soll gewählt werden?

Die Auswahl des Ausübungspreises der Option hängt entscheidend davon ab, welches Ziel man mit dem Kauf oder Verkauf der Option verfolgt. Die Wahl der Optionsstrategie muss unbedingt erfolgen, bevor man sich fragt, welchen Strike man wählen soll.

Bei der Wahl des Strikes spielt insbesondere die Moneyness eine wichtige Rolle; also die Frage, ob eine Option gekauft/verkauft wird, die aus dem Geld, am Geld, oder im Geld ist. Dabei orientiert man sich meist an der Optionskennzahl Delta, welche u.a. die Wahrscheinlichkeit ausdrückt, mit der eine Option am Verfallstag im Geld notiert.

Key Takeaways

  • Der Basispreis/Ausübungspreis/Strike einer Option ist der Kurs des Underlyings, zu dem der Optionskäufer die Option ausüben kann.
  • Für jedes Underlying stehen Optionen mit verschiedenen Strikes zur Verfügung.
  • Die Auswahl des Strikes ist entscheiden für den Erfolg eines Options-Trades.
  • Verfällt eine Option im Geld, so wird sie von der Clearing-Stelle ausgeübt

Basispreis und Moneyness

Zwei Seiten derselben Medaille

Die Wahl des Ausübungspreises einer Option entscheidet, ob die Option at the money, in the money oder out of the money ist. Call-Optionen, deren Ausübungspreis unter dem aktuellen Marktpreis liegen werden als in the money bezeichnet. Liegt der Ausübungspreis über dem aktuellen Marktpreis, handelt es sich um eine out of the money Option. Wenn Du Dich ausführlicher mit der Moneyness von Optionen auseinandersetzen möchtes, empfehle ich Dir meinen Artikel: Moneyness.

Der Basispreis und der Optionspreis

Die Höhe einer Optionsprämie hängt unter anderem auch von der Wahl des Basispreises ab. Je weiter der Ausübungspreis einer Call-Option über dem aktuellen Marktpreis liegt, desto günstiger ist diese. Je tiefer der Ausübungspreis unter dem aktuellen Marktkurs des Underlyings leigt, desto teurer ist die Option.

Eine Put-Option, deren Ausübungspreis unter dem aktuellen Marktkurs liegt ist hingegen deutlich günstiger, als eine Put-Option, deren AUsübungspreis über dem aktuellen Marktkurs liegt.

Weiterführende Informationen findest Du ebenfalls in folgendem Artikel: Moneyness

Der Ausübungspreis am Verfallstag

Was geschieht mit einer Option am Verfallstag?

Was mit einer gekauften oder verkauften Option am Verfallstag geschieht, ist ebenfalls wieder abhängig von der Moneyness. Verfällt eine Option out of the money, so geschieht nichts weiter und Du erhältst von Deinem Broker die Mitteilung “Option expired”.

Ausübung von Optionen am Verfallstag

Verfällt eine Option hingegen im Geld, so wird diese von der Börse bzw. der Options Clearing Corporation (OCC) ausgeübt. Diese Prozedur dient zum Schutz des Optionskäufers, falls dieser vergisst, seine Option auszuüben. Solltest Du also eine Option bis zum Verfallstag halten, so musst Du damit rechnen, dass diese ausgeübt wird, falls sie in the money verfällt.

Als Käufer einer Call-Option erhältst Du das Underlying Long eingebucht, bzw. falls eine Short Position im Depot vorhanden ist, wird diese geschlossen.

Als Verkäufer einer Call-Option erhältst Du das Underlying Short eingebucht, bzw. falls eine Long-Position im Depot vorhanden ist, wird diese geschlossen.

Als Käufer einer Put Option bekommst Du das Underlying Short eingebucht, bzw. falls eine Long-Position im Depot vorhanden ist, wird diese geschlossen.

Als Verkäufer einer Put-Option bekommst Du das Underlying Long eingebucht, bzw. falls eine Short-Position im Depot vorhanden ist, wird diese geschlossen.