Bull Call Spread

Bull Call Spread2020-01-26T10:52:52+01:00

Autor: Tobias SchmidAutor: Tobias Schmid | Profi-Trader und Website-Betreiber
veröffentlicht am: 26.01.2020

Der Bull Call Spread ist eine bullische Optionsstrategie, die aus einer gekauften Kaufoption (Long Call) und einer gleichzeitig verkauften Kaufoption (Short Call) mit gleicher Laufzeit und einem höheren Basispreis besteht. Im Vergleich zu einem Long Call wird durch den zusätzlichen Verkauf der Call-Option eine Prämieneinnahme erzielt, weshalb sich der insgesamt zu zahlende Optionspreis verringert. Dafür wird jedoch der mögliche Gewinn begrenzt. In diesem Artikel erfährst Du, was genau ein Bull Call Spread ist und wann dessen Einsatz sinnvoll ist.

Was ist ein Bull Call Spread?

Die Kombination eines Long Calls und eines Short Calls mit gleicher Laufzeit und höherem Basispreis wird als “Bull Call Spread” bezeichnet. Die Strategie hat einen begrenzten Maximalverlust, wie auch einen begrenzten Maximalgewinn und wird bei einer bullischen Marktmeinung eingesetzt.

Der Bull Call Spread zählt zu den vertikalen Spreads, da Optionen auf das gleiche Underlying und mit gleichem Verfallstermin gehandelt werden. Der Trade profitiert von einer bullischen Bewegung des Underlyings und reagiert in der Regel (je nach Wahl der Basispreise der Optionen und abhängig von der Moneyness bzw. den Kursbewegungen während des Trades) kaum oder nur moderat auf Veränderungen der impliziten Volatilität oder der Zeit.

Der Bull Call Spread wird teilweise auch als Long Call Vertical Spread oder Call Debit Spread bezeichnet.

Key Takeaways

  • Der Bull Call Spread besteht aus einem Long Call (ITM) und einem Short Call (OTM), dessen Strike höher liegt.
  • Ein Bull Call Spread kann so aufgesetzt werden, dass der Break Even Point ATM (ITM, OTM) liegt.
  • Der Bull Call Spread hat eine begrenztes Gewinn- und Verlustpotenzial.
  • Der Bull Call Spread wird auch als Long Debit Spread oder Long Vertical Spread bezeichnet.

Bull Call Spread im Überblick

Die wichtigsten Informationen zusammengefasst

Gewinn und Verlust Diagramm (GuV)

Komponenten + 1 Call, – 1 Call (Strike höher)
Marktmeinung bullisch
Credit/Debit Debit
Zeitwertverfall abhängig von der Moneyness
Vega abhängig von der Moneyness
max. Gewinn Abstand der Strikes – Net Debit
max. Verlust Net Debit (Debit Long Call – Credit Short Call)
Break Even Point Strike Long Call + Net Debit

Bull Call Spread in der Praxis

Tipps für den Handel von Bull Call Spreads

Der Bull Call Spread ist eine Strategie, die (bspw. im Gegensatzt zu Stillhalter-Strategien) nur mit einer klaren direktionalen Marktmeinung gehandelt werden sollte. Anders als bei vielen anderen Optionsstrategien spielen die implizite Volatilität wie auch der Zeitwert eine untergeordnete Rolle und können teilweise komplett vernachlässigt werden. Da der Bull Call Spread außerdem vergleichsweise langsam auf Kursbewegungen reagiert, ist es sinnvoll nicht all zu lange Restlaufzeiten zu wählen und den Trade ggf. bis zum Verfallstermin bzw. zumindest relativ lange zu halten.

Marktmeinung

Der Bull Call Spread ist eine bullische Strategie und verdient am Ende der Laufzeit nur Geld, wenn das Underlying über den Break Even Point hinaus ansteigt. Daher solltest du die Strategie nur anwenden, wenn Du eine deutlich bullische Marktmeinung hast.

Auswahl der Strikes

Ein Bull Call Spread wird häufig mit einem In The Money Long Call und einem Out Of The Money Short Call aufgesetzt. Theoretisch können auch beide Optionen ITM oder OTM liegen, oder ein Leg (Long Call oder Short Call) kann At The Money liegen.

Meine Empfehlung ist es, einen ITM Long Call und einen OTM Short Call auszuwählen und dabei darauf zu achten, dass sich der Break Even Point ungefähr in der Nähe des aktuellen Kursniveaus befindet. Je nach Marktmeinung und Risikobereitschaft kann die Auswahl der Strikes variiert werden. Je tiefer der Long Call ITM ist, desto tiefer liegt der Break Even Point. Allerdings hat dies auch eine negative Auswirkung auf das Chance-Risiko Verhältnis.

Je höher der Strike des Long Calls liegt, desto geringer werden die Kosten für den Spread und desto besser wird das Chance-Risiko Verhältnis. Allerdings verschiebt sich auch der Break Even Point weiter nach oben; d.h. das Underlying muss stärker ansteigen, damit der Trade einen Gewinn erzielen kann.

Long Call oder Bull Call Spread?

Der Bull Call Spread hat offensichtlich einige Gemeinsamkeiten mit einem Long Call, weshalb es wichtig ist die Vorteile und Nachteile der jeweiligen Strategie zu kennen.

Der Vorteil eines Long Calls liegt eindeutig in dem unbegrenzten Gewinnpotenzial.

Der Vorteil des Bull Call Spreads besteht hingegen darin, dass er so aufgesetzt werden kann, dass der Trade kein Geld verliert, falls sich das Underlying nicht bewegt. D.h. der Break Even Point kann At The Money liegen. Bei einem Long Call muss das Underlying immer ansteigen, damit ein Gewinn entstehen kann.

Der Bull Call Spread ist also die vergleichsweise etwas konservativere Strategie, da auf einen Teil des potenziellen Gewinns zu Gunsten einer höheren Erfolgswahrscheinlichkeit verzichtet wird.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist ein Bull Call Spread?2020-01-25T19:57:58+01:00

Die Kombination eines Long Calls und eines Short Calls mit gleicher Laufzeit und höherem Basispreis wird als Bull Call Spread bezeichnet. Die Strategie hat einen begrenzten Maximalverlust, wie auch einen begrenzten Maximalgewinn und wird bei einer bullischen Marktmeinung eingesetzt.

Was ist ein Long Call?2020-01-25T19:58:27+01:00

Der Kauf einer Call-Option wird als Long Call bezeichnet. DerOptionskäufer hat das Recht, einen Basisert (Underlying) am Verfallstag bzw. während der gesamten Laufzeit der Option zum Basispreis zu kaufen. Für dieses Recht zahlt er eine Optionsprämie an den Optionsverkäufer (Stillhalter).

Was ist ein Short Call?2020-01-25T19:58:43+01:00

Der Verkauf einer Kaufoption wird als Short Call bezeichnet. Der Optionsverkäufer ist im Falle einer Ausübung der Option verpflichtet, dem Optionskäufer das Underlying zu liefern, also zu verkaufen. Der Optionsverkäufer erhält vom Käufer für die eingegangene Verpflichtung eine Optionsprämie.

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