Autor: Tobias SchmidAutor: Tobias Schmid | Trader & Privatanleger
aktualisiert am: 13.01.2020

Der Long Strangle ist eine Optionsstrategie, bei der man darauf setzt, dass sich das Underlying stark bewegt und/oder die implizite Volatilität ansteigt. Wenn Du bspw. erwartest, dass es innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu einer starken Bewegung kommt, bspw. aufgund eines anstehenden News-Events, oder dass es vorab zu einem starken Anstieg der impliziten Volatilität kommt, so kann der Long Strangle eine passende Strategie sein.

Was ist ein Long Strangle?

Ein Long Strangle ist eine Optionsstrategie, die aus einem gekauften Out Of The Money Call und einem gekauften Out Of The Money Put besteht. Der Long Strangle erzielt einen Gewinn, wenn sich das Underlying stark in eine beliebige Richtung bewegt und/oder die implizite Volatilität ansteigt.

Durch den gleichzeitigen Kauf von Call- und Put-Optionen besitzt der Long Strangle ein positives Vega und profitiert von einem Anstieg der impliziten Volatilität. Der Trade ist darauf angewiesen, dass es innerhalb einer gewissen Zeitspanne zu einer (starken) Bewegung des Undderlyings kommt und der Zeitwertverfall hat einen negativen Einfluss.

Long Strangle im Überblick

Die wichtigsten Informationen zusammengefasst

Gewinn und Verlust Diagramm (GuV)

Komponenten + 1 Call, + 1 Put (beide OTM)
Marktmeinung starke Bewegung (Richtung egal)
Credit/Debit Debit
Zeitwertverfall leidet
Vega Long Vega
max. Gewinn undefiniert
max. Verlust Debit (gezahlte Prämie)
Break Even Point 1 Strike Call + Debit
Break Even Point 2 Strike Put – Debit

+ = long
– = short
Credit = Guthaben wird bei Eröffnung des Trades auf Dein Konto gebucht
Debit = Eröffnung des Trades kostet Guthaben
Long Vega = Trade/Strategie profitiert von steigender Volatilität
Short Vega = Trade/Strategie profitiert von fallender Volatilität

Das GuV Diagramm eines Long Strangle

Gewinn und Verlust in Abhängigkeit des Preises des Underlyings

Den maximalen Verlust (=Debit) erzielt der Long Strangle, wenn das Underlying am Verfallstag zwischen den Strikes der gekauften Optionen notiert. Addiert man die gezahlte Prämie auf den Strike des Calls, bzw. subtrahiert sie vom Strike des Puts, so erhält man die Break Even Points. Bewegt sich das Underlying weiter als bis zu den Break Even Points, entsteht ein Gewinn (Potenzial unbegrenzt)

long strangle

Long Strangle: GuV Diagramm

Wann ist ein Long Strangle sinnvolll?

Tipps für den Handel von Strangles

In der Praxis kommt der Long Strangle bei Optionshändler eher selten zum Einsatz. Neben dem Short Strangle kommt der Long Straddle häufiger zum Einsatz und verhält sich ähnlich wie der Long Strangle. Ich handle persönlich auch lieber Long Straddles als Long Strangles; insgesamt aber auch eher selten.

Damit man mit dem Long Strangle (oder auch dem Long Straddle) einen Gewinn erzielt, ist man darauf angewiesen, dass sich das Underlying relativ stark bewegt, da der Trade gleich die Kosten für zwei gekaufte Optionen kompensieren muss. Außerdem sollte man eine klare Vorstellung von der Entwicklung der impliziten Volatilität haben. Steigt diese stark an, so kann der Long Strangle durchaus profitabel eingesetzt werden.

Im Vorfeld von Earnings (Veröffentlichung von Quartalszahlen) ist bei vielen Aktien mit einem deutlichen Vola-Anstieg zu rechnen, weshalb sich hier Long-Vega Strategien wie der Long Strangle gut eignen.

FAQ

Häufige Fragen

Ein Long Strangle ist eine Optionsstrategie, die aus einem gekauften Out Of The Money Call und einem gekauften Out Of The Money Put besteht. Der Long Strangle erzielt einen Gewinn, wenn sich das Underlying stark in eine beliebige Richtung bewegt und/oder die implizite Volatilität ansteigt.

Ein Strangle ist eine Optionsstrategie, die aus einem Out Of The Money Call und einem Out Of The Money Put besteht. Der Strangle kann in den Varianten Long Strangle oder Short Strangle gehandelt werden, um auf eine starke Bewegung, eine Seitwärtsbewegung oder eine Veränderung der impliziten Volatilität zu spekulieren.

Ein Short Strangle ist eine Optionsstrategie, die aus einem verkauften Out Of The Money Call und einem verkauften Out Of The Money Put besteht. Der Short Strangle erzielt den maximalen Gewinn, wenn sich das Underlying am Verfallstag zwischen den Strikes der beiden verkauften Optionen befindet.

Ein Call ist eine Kaufoption. Der Käufer einer Call-Option hat das Recht, einen Basiswert (Underlying) zu einem bestimmten Preis (Basispreis/Strike) zu kaufen. Der Verkäufer einer Call-Option hat die Pflicht – im Falle einer Ausübung der Option – das Underlying zum vereinbarten Preis (Basispreis/Strike) zu verkaufen.

Ein Put bzw. eine Put-Option ist eine Verkaufsoption. Der Optionskäufer hat das Recht, einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Der Optionsverkäufer hat die Pflicht – falls der Käufer die Option ausübt – das Underlying zum vereinbarten Preis zu kaufen.

Der Kauf einer Call-Option wird als Long Call bezeichnet. DerOptionskäufer hat das Recht, einen Basisert (Underlying) am Verfallstag bzw. während der gesamten Laufzeit der Option zum Basispreis zu kaufen. Für dieses Recht zahlt er eine Optionsprämie an den Optionsverkäufer (Stillhalter).
Der Verkauf einer Kaufoption wird als Short Call bezeichnet. Der Optionsverkäufer ist im Falle einer Ausübung der Option verpflichtet, dem Optionskäufer das Underlying zu liefern, also zu verkaufen. Der Optionsverkäufer erhält vom Käufer für die eingegangene Verpflichtung eine Optionsprämie.

Der Kauf einer Verkaufsoption (Put-Option) wird als Long Put bezeichnet. Als Käufer eines Puts erhält man das Recht, einen bestimmten Basiswert zu einem zuvor vereinbarten Preis an einem bzw. bis zu einem bestimmten Datum zu verkaufen.

Der Verkauf einer Verkaufsoption wird als Short Put bezeichnet. Der Optionsverkäufer hat die Pflicht, im Falle einer Ausübung der Option, das Underlying zu kaufen und erhält vom Käufer für die eingegangene Verpflichtung eine Optionsprämie.

Eine Option ist ein bedingter Terminkontrakt. Der Optionskäufer hat das Recht, einen bestimmten Basiswert (Underlying) zum Verfallstermin oder während der Laufzeit zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Der Optionsverkäufer hat – im Falle der Ausübung der Option – die Pflicht, den Basiswert zum vorher vereinbarten Preis zu liefern (Call) bzw. den Basiswert zu kaufen (Put).

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