Was ist ein Short Put?

Definition

Der Begriff Short Put bezeichnet den Verkauf einer Put Option. Der Verkäufer der Put Option erhält vom Käufer eine Optionsprämie; diese definiert gleichzeitig den maximalen Gewinn des Verkäufers.

Der maximale Verlust ist theoretisch unbegrenzt. Ein Short Put ist eine neutrale bis bullische Optionsstrategie.

Die wichtigsten Fakten

Die einzelnen Parameter eines Short Put im Überblick

Short Put Überblick

  • Komponenten = -1 Put
  • maximaler Gewinn = Optionsprämie
  • maximaler Verlust = Basispreis x Multiplikator – Optionsprämie (theoretisch)
  • Marktmeinung = bullisch bis neutral
  • Debit/Credit? = Credit
  • Volatilität = short Vega
  • Zeitwertverfall = profitiert

+ = long
– = short
Credit = Guthaben wird bei Eröffnung des Trades auf Dein Konto gebucht
Debit = Eröffnung des Trades kostet Guthaben
Long Vega = Trade/Strategie profitiert von steigender Volatilität
Short Vega = Trade/Strategie profitiert von fallender Volatilität

Optionsstrategien

GuV Diagramm eines Short Put

Gewinn und Verlust am Verfallstag

GuV Diagramm eines short put

Der maximale Gewinn eines Short Put wird durch die Optionsprämie definiert.

Wann ist ein Short Put sinnvoll?

Marktmeinung & Einsatzmöglichkeiten im Überblick

Durch den Verkauf einer Put-Option (Short Put) erhält der Optionsverkäufer die vom Optionskäufer gezahlte Optionsprämie. Neben dem Erzielen einer Einnahme durch die Optionsprämie werden Short Puts allerdings auch häufig mit der Intention eingesetzt, das Underlying kaufen zu wollen, falls dessen Preis fällt. Bei letzterem funktioniert der Short Put also ähnlich wie eine Buy Limit Order, mit dem Unterschied, dass dabei eine Zusatzeinnahme entsteht.

Überblick: Einsatzmöglichkeiten von Short Puts

Commercials

  • Cash Secured Put zum Kauf von Rohstoffen oder Aktien

Trader/Investoren

  • Naked Put zur Spekulation auf steigende oder seitwärts laufende Preise
  • Cash Secured Put zum Kauf von Aktien (oder Rohstoff-Futures)
  • Covered Put (Zusatzeinnahme bei Shortposition im Underlying)

Schauen wir uns die Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Marktteilnehmer etwas genauer an:

Die Rolle der Commercials/Hedger

Futures und Optionen als «Versicherung» gegen Preisrisiken

Kommerzielle Marktteilnehmer – auch Commercials oder Hedger genannt – sind einer der Hauptakteure an den Futures- und Optionsmärkten. Commercials nutzen Futures und Optionen, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern (zu hedgen).

Das Wichtigste in Kürze

Für Commercials macht der Einsatz von Short Puts dann Sinn, wenn sie die Absicht haben das Underlying zu kaufen.

Grundsätzlich haben Commercials/Hedger verschiedene Möglichkeiten zum Hedging:

Überblick: Hedging- Methoden für Commercials

  • Long Future (Absicherung gegen steigende Preise)
  • Short Future (Absicherung gegen fallende Preise)
  • Long Call (Absicherung gegen steigende Preise)
  • Short Call (Festsetzen eines Verkaufspreises + Zusatzeinnahme – bspw. für Roshstoffproduzent oder Investor = Covered Call)
  • Long Put (Absicherung gegen fallende Preise)
  • Short Put (Festsetzen eines Kaufpreises + Zusatzeinnahme – bspw. bei Rohstoffbedarf oder zum Kauf von Aktien = Cash Secured Put)

Der Short Put aus Sicht der Commercials

Was nun konkret den Short Put betrifft, so macht dessen Einsatz für einen kommerziellen Marktteilnehmer dann Sinn, wenn er diesen als Cash Secured Put einsetzt. D.h. mit dem Verkauf der Put-Option wird das Ziel verfolgt, das Underlying zu kaufen, falls dessen Preis fällt.

In diesem Fall funktioniert der Short Put bzw. der Cash Secured Put also ähnlich wie eine Buy Limit Order. Der Vorteil gegenüber der Buy Limit Order besteht in der Zusatzeinnahme durch die Optionsprämie. Diese Zusatzeinnahme kann der Optionsverkäufer behalten, unabhängig davon, ob die Option ausgeübt wird oder nicht.

Futures und Optionen für kommerzielle Marktteilnehmer.

Futures- und Optionsmärkte wurden ursprünglich für kommerzielle Marktteilnehmer erschaffen, um sich gegen Preisschwankungen absichern zu können.

Beispiele für den Einsatz von Cash Secured Puts

Commercials agieren an verschiedenen Märkten. Ein Trader oder Portfoliomanager in einem Pensions- oder Aktienfond kann beispielsweise als kommerzieller Marktteilnehmer eingestuft werden und könnte Short Puts einsetzen, wenn er Aktien zu einem günstigeren Preis kaufen möchte und somit eine Zusatzeinnahme generieren.

Unternehmen die Rohstoffe produzieren, verarbeiten oder mit Rohstoffen handeln, agieren ebenso als Commercials an den Futures- und Optionsmärkten. Ein Unternehmen, dass bspw. große Mengen an Zucker benötigt, aktuell allerdings keinen akuten Bedarf hat, könnte Cash Secured Puts schreiben, um im Falle eines Preisrückgangs den benötigten Rohstoff (Zucker) günstig einkaufen zu können.

Short Put als Trading Strategie

Einsatzmöglichkeiten von Short Puts für private Trader

Im Trading werden Short Puts zu verschiedenen Zwecken eingesetzt.

Überblick: Short Put Strategien für Trader

  • Naked Put (Ungedeckter Put)
  • Cash Secured Put (Cash-gedeckter Put)
  • Covered Put (durch Underlying gedeckter Put)

Naked Put / Uncovered Put

Als Naked Put – bzw. uncovered put, also «nackter Put» bzw. ungedeckter Put – wird der Verkauf einer Put Option bezeichnet, wobei der Optionsverkäufer als Stillhalter agiert und die erforderliche Barreserve oder das Underlying (im Falle eines Short Puts eine Short Position im Underlying) nicht im Depot hat bzw. keine Interesse an einer Ausübung der Option hat (auch wenn er theoretisch eine entsprechende Barreserve hat).

Der Optionsverkäufer spekuliert darauf, dass die Option wertlos verfällt und ein Gewinn durch die eingenommene Optionsprämie entsteht. Er hat also in der Regel eine bullische oder neutrale Marktmeinung, da er einen Gewinn verbuchen kann, falls das Underlying im Preis steigt, aber auch wenn es seitwärts tendiert oder sogar leicht fällt.


Cash Secured Put

Als Cash Secured Put wird der Verkauf einer Put Option bezeichnet, wobei der Optionsverkäufer bereit ist, das Underlying zu kaufen, falls die Option ins Geld läuft.

Wenn Du also bspw. 100 Apple-Aktien kaufen möchtest, falls der Preis 10% fällt, da Dir der aktuelle Marktpreis zu teuer ist, kannst Du eine Put Option schreiben mit einem Basispreis der 10% unter dem aktuellen Marktpreis liegt. Sollte die Option am Verfallstag im Geld liegen, bekommst Du das Underlying eingebucht und kannst außerdem die zuvor eingenommene Optionsprämie behalten.

Sollte die Option wertlos verfallen, erzielst Du einen Gewinn durch die Optionsprämie. Gegenüber einer Buy Limit Order ist ein Cash Secured Put also die bessere Wahl. Optionshändler sprechen in diesem Zusammenhang häufig davon «sich fürs Warten zahlen zu lassen».


Covered Put

Von einem Covered Put ist die Rede, wenn die verkaufte Put Option durch eine Short-Position des Underlyings gedeckt ist. D.h. wenn Du bspw. im Crude Oil WTI Future (CL) bei 50 USD eine Short-Position eröffnest, und bei 45 USD eine Option auf den Future verkaufst, dient die verkaufte Option als eine Art Take Profit.

Sollte der Ölpreis am Verfallstag unterhalb von 45 USD notieren, würdest Du den Future long ins Depot gebucht bekommen. Da du bereits eine Short-Position im gleichen Underlying hast, bist du wieder «flat».

Der Covered Put ist das Gegenstück zum Covered Call.