Der Unterschied zwischen Optionen und Futures

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Der Unterschied zwischen Optionen und Futures2019-03-16T11:52:27+01:00

Futures und Optionen sind Terminkontrakte und zählen für professionelle Trader – neben Aktien und ETFs – zu den wichtigsten Finanzinstrumenten. In diesem Artikel sprechen wir über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Optionen und Futures, sowie deren Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten.

Übersicht: Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Optionen und Futures

Optionen
  • zählen zu den derivativen Finanzprodukten
  • werden an Terminbörsen gehandelt
  • bedingter Terminkontrakt
  • einseitige Verpflichtung
  • können gekauft und verkauft werden (long & short Position)
  • für direktionale und nicht direktionale Trades geeignet
  • Handel mit Hebelwirkung möglich
  • ideal für Trader geeignet
  • werden von kommerziellen Marktteilnnehmern zum Hedging genutzt
  • meist sehr liquide, für einige Underlyings illiquide
  • handelbar auf die meisten liquiden Futures, sowie auf Aktien und ETFs
Futures
  • zählen zu den derivativen Finanzprodukten
  • werden an Terminbörsen gehandelt
  • unbedingter Terminkontrakt
  • beidseitige Verpflichtung
  • können gekauft und verkauft werden (long & short Position)
  • nur für direktionale Trades geeignet
  • Handel mit Hebelwirkung möglich
  • ideal für Trader geeignet
  • werden von kommerziellen Marktteilnnehmern zum Hedging genutzt
  • sehr liquide
  • handelbar auf auf Rohstoffe, Indizes, Energie, Anleihen, Nahrungsmittel, Währungen

Nachfolgend gehen wir auf einige der oben genannten Punkte etwas ausführlicher ein:


Börsengehandelte Terminkontrakte

Futures und Optionen sind standardisierte Terminkontrakte und werden an Terminbörsen wie bspw. der CME in Chicago, der NYMEX in New York oder der Eurex in Frankfurt gehandelt. Fand der Handel früher noch auf dem Parkett statt, so handelt man heutzutage auch Futures und Optionen quasi ausschließlich auf elektronischem Wege.

Sowohl Futures als auch Optionen zählen zur Gruppe der Finanzderivate. Sie wurden hauptsächlich für komerzielle Marktteilnehmer entwickelt, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern, eröffneten natürlich aber auch Spekulanten und Tradern die Gelegenheit, von eben diesen zu profitieren.

Ein Future bzw. ein Terminkontrakt bezieht sich auf „etwas anderes“ (Underlying) – also bspw. auf ein Edelmetall oder auf eine Getreidesorte. Die Laufzeit des Futures ist begrenzt. Jedem gekauften Kontrakt steht genau ein verkaufter Kontrakt gegenüber. Der Käufer verpflichtet sich (falls er den Kontrakt bis zum Verfall hält) das Underlying in einer bestimmten Menge zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Der Verkäufer verpflichtet sich, das Underlying zu liefern.

Optionen sind bedingte Terminkontrakte

Wie eben erwähnt handelt es sich bei Futures also um einen unbedingten Terminkontrakt, da Käufer und Verkäufer eine Verpflichtung eingehen. Der wichtigste Unterschied zwischen Future und Option ist, dass es sich bei letzterem um einen bedingten Terminkonntrakt handelt.

D.h. der Käufer der Option hat – wie es der Name sagt – die Option bzw. das Recht das Underlying in einer bestimmten Menge zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen, nicht aber die Pflicht.

Stelle Dir vor Du besitzt Apple Aktien und möchtest Dich gegen fallende Kurse absichern. Du könntest eine Verkaufsoption (Put) an der Börse kaufen, welche Dir das Recht gibt Deine Aktien innerhalb eines Zeitraums von bspw. 100 Tagen zum aktuellen Marktpreis zu verkaufen. Sollte der Kurs fallen, kannst Du zum aktuellen Marktpreis verkaufen und Du erleidest keinen Verlust; sollte der Kurs steigen, gewinnen Deine Aktien an Wert, Du verlierst allerdings  die bereits gezahlte Optionsprämie.

Wer handelt mit Futures und Optionen

Um herauszufinden wer mit Optionen und Futures handelt, muss man nur einen Blick auf den wöchentlich erscheinenden CoT-Report werfen, der die Anzahl der offenen Kontrakten verschiedener Händler-Gruppen zeigt. (kommerzielle Hedger, Groß-Spekulanten, Klein-Spekulanten)

Verwenden wir als Beispiel Crude Oil WTI mit dem Kürzel CL. Wir schauen uns eine Wochenchart an; darunter sind die jeweiligen Positionen der Commercials, der Large Speculators, sowie der Small Speculators zu sehen – jeweils die Anzahl gehaltener Kontrakte Long, sowie die Anzahl gehaltener Kontrakte Short.

(Hinweis: Zur Vereinfachung handelt es sich um die Anzahl gehaltener Futures Kontrakte ohne Optionen. Die Zahlen mit Optionen sind sehr ähnlich)

Unterschied Optionen Futures

Die Commercials halten im Futures- und Optionshandel die meisten Kontrakte.

Es ist deutlich zu erkennen, dass die kommerziellen Marktteilnehmer (Hedger) die bei Weitem größte Anzahl an Kontrakten halten, gefolgt von den Groß-Spekulanten. Die Small Speculators (Non-Reportables) halten eine Vergleichsweise geringe Anzahl an Kontrakten.


Optionen und Futures für prviate Trader

Wer profitbel traden möchte, muss die von ihm gehandelten Märkte und dessen Marktteilnehmer kennen. Wie wir gesehen haben, handelt es sich bei Futures wie auch bei Optionen um Produkte, die hauptsächlich von professionellen Marktteilnehmern genutzt  werden, die sich damit gegen Preisschwankungen absichern.

Damit unterscheiden sich Futures und Optionen deutlich von bspw. Optionsscheinen, Zertifikaten oder CFDs, und wir finden als Trader somit ideale Voraussetzungen, um profitabel handeln zu können.

Aber eignet sich nun der Futures-Handel oder der Optionshandel besser für private Trader?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Schauen wir uns daher an, für welche Handelsansätze welches Instrument besser geeignet ist:

Directional vs non-directional Trading

Im Trading – insbesondere im Options-Trading – unterscheidet man direktionales Trading von nicht-direktionalem Trading.

Mit den meisten Finanzinstrumenten ist nur direktionales Handeln möglich. D.h. Du gehst long oder short und verdienst nur dann Geld, wenn sich das Underlying in die von Dir gewünschte Richtung bewegt.

Bei nicht-direktionalen Trades hingegen, kannst Du auch Geld verdienen wenn sich das Underlying seitwärts oder sogar gegen Dich bzw. in beide Richtungen bewegt.

Direktionales Trading mit Futures

Mit Futures kannst Du Long- oder Short Positionen einnehmen und somit von steigenden wie auch von fallenden Preisen profitieren. Es handelt sich also um ein Instrument, mit dem Du ausschließlich direktional traden kannst.

Nicht-direktionales Trading mit Optionen

Mit Optionen können genauso direktionale Trades getätigt werden. Allerdings ermöglichen Optionen auch nicht-direktionales Trading. D.h. statt darauf zu spekulieren wohin sich der Preis bewegt, spekuliert man nun darauf, wohin der Preis nicht geht. Die Erfolgswahrscheinlichkeiten sind hier mit den richtigen Strategien deutlich höher als bei direktionalem Trading.

Außerdem kann man bspw. auf steigende oder fallende Volatilität spekulieren und davon profitieren, ohne „vorherzusagen“, wohin sich der Preis des Underlyings entwickelt.