Intermarket Analyse

Das Zusammenspiel der Märkte verstehen

Als Trader ist es wichtig die Geschehnisse an den Finanzmärkten ganzheitlich zu analysieren, unabhängig davon, welche Basiswerte man selbst handelt.

Die Intermarket-Analyse beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel und den Wechselwirkungen der einzelnen Assetklassen. Die Intermarket-Analyse wird auch als Bindeglied zwischen fundamentaler und technischer Analyse gesehen. Die hieraus entstehenden Signale verblüffen immer wieder durch ihre extrem hohe Zuverlässigkeit.

Auf dieser Seite findet Ihr Videos und weitere ergänzende Infos und Lerninhalte rund um das Thema Intermarket-Analyse.

Intermarket Analyse

Die Intermarket-Analyse beschäftigt sich mit den Korrelationen zwischen verschiedenen Märkten.

Alle Videos im Überblick

Intermarkat-Analyse-Videos auf  unserem Youtube Kanal

Grundlagen der Intermarket Analyse

alle Märkte sind miteinander verbunden

Die Intermarket-Analyse wurde seit Anfang der 1990er Jahre – insbesondere durch John Murphy – einem zunehmend breiteren Publikum bekannt und ist heute aus dem Bereich des professionellen Börsenhandels nicht mehr wegzudenken. Bevor wir tiefer ins Detail gehen, sollten wir die Grundlagen verstehen, auf denen die IMA aufbaut.


Was ist Intermarket Analyse?

Die Intermarket Analyse untersucht Kapitalströme zwischen verschiedenen Märkten und Assetklassen und analysiert deren Relationen/Korrelationen. Bewegungen in einem Markt, können demnach Hinweise auf Bewegungen eines anderen Marktes liefern. Mit Hilfe der Intermarket-Analyse können bevorstehende Trendwechsel frühzeitig erkannt und genutzt werden.

Alle Märkte sind miteinander verbunden

Die Grundprämisse, auf der die Intermarketanalyse aufbaut, ist die Annahme – um nicht zu sagen die Tatsache – dass eine Verbindung zwischen den verschiedenen Märkten bzw. Assetklassen besteht. D.h. die Bewegungen eines Marktes oder einer Assetklasse (wie bspw. dem Aktienmarkt) sollten nicht isoliert betrachtet werden; Bewegungen die hier entstehen, haben immer auch Auswirkungen auf andere Märkte.

Man kann sich das Ganze so vorstellen: Die einzelnen Assetklassen sind Konkurrenten und buhlen um die Gunst – oder besser gesagt um das Geld – der Anleger.

Stell Dir vor Du besitzt 100 000 Euro. Du möchtest dieses Geld in amerikanische Aktien investieren (in USD). 10 Jahre später bist du der Meinung, dass Aktien überbewertet sind. Außerdem bieten Anleihen wieder eine attraktive Rendite von durchschnittlich 5%. Du beschließt, deine Aktien zu verkaufen und dein Geld zu jeweils 50% in amerikanische und deutsche Staatsanleihen zu investieren.

Ich denke dieses Beispiel verdeutlicht, wie Du durch deine Transaktionen Einfluss auf unterschiedliche Assetklassen nimmst; Du handeslt mit Aktien, Staatsanleihen und Währungen. Es ist daher naheliegend, dass die unterschiedlichen Märkte sich auch gegenseitig beeinflussen.

Videobeschreibung:

Die ersten beiden Videos geben einen kurzen Überblick darüber, womit sich die Intermarket-Analyse beschäftigt. Dabei geht es u.a. um die 4 Assetklassen, um grundlegende Intermarket-Korrelationen, um die Grundprinzipien auf denen die IMA aufbaut, sowie um die Werkzeuge die in der IMA verwendet werden.

Die Analyse und Beobachtung von Relationen/Korrelationen

Eine der wichtigsten Aufgaben der Intermarket-Analyse besteht im Studium der Relationen zwischen den verschiedenen Märkten, also der Frage: Hat Markt A Einfluss auf Markt B und umgekehrt? Besteht also eine Korrelation? Wenn ja: Wie kann ich mir diese zunutze machen?

Es gibt zahlreiche Intermarket-Relationen die hervorragend als Bestätigungs- und Warnsignale sowie als Frühindikatoren dienen, nach denen man sein Handeln ausrichten kann. Es ist immer wieder erstaunlich, wie gewisse Mechanismen funktionieren und welch eindeutige Signale daraus entstehen.

In den nächsten 2 Abschnitten und Videos gebe ich einen kurzen Einblick in stockcharts.com; außerdem sprechen wir über die 4 Assetklassen.


Stockcharts.com – Software für die Intermarket-Analyse

Bevor wir über die Werkzeuge der Intermarketanalyse sprechen und bevor wir mit der praktischen Anwendung beginnen, ist es wichtig, eine Chart-Software zu haben, die den Anforderungen der Intermarket Analyse gerecht wird.

Im nachfolgenden Video sprechen wir über die Internetseite stockcharts.com, die für eine professionelle Intermarketanalyse nahezu unumgänglich ist. Dabei zeige ich, wie man die Seite kostenlos nutzen kann und welche verschiedenen (kostenpflichtigen) Abos es gibt. Außerdem könnt Ihr lernen, wie man Chart-Overlays erstellt, den Korrelationsindikator nutzt und wie man Relationscharts erstellt.


Die 4 Assetklassen

Alle handelbaren Märkte können in verschiedene Kategorien (Assetklassen) eingeteilt werden. Wir werfen nochmals einen Blick auf die versch. Assetklassen und stellen uns die Frage, welche Basiswerte sich als „Stellvertreter“ für die jeweilige Assetklasse eignen. Das Ziel ist dabei, dass man im nächsten Schritt die Entwicklungen der versch. Assetklassen vergleichen und deren Wechselwirkungen/Korrelationen analysieren kann.

Die Werkzeuge der Intermarket-Analyse

Chart-Overlays

Da man in der Intermarket-Analyse viele versch. Märkte beobachtet und diese miteinander vergleicht, sind Chart Overlays ein ideales Werkzeug, um mehrere Basiswerte auf den ersten Blick untersuchen zu können. Im Video sprechen wir darüber, was Chart Overlays sind, wozu man diese verwendet und wie man sie selbst erstellen kann.


Relations-Charts

Realtions-Charts sind ein weiteres wichtiges Werkzeug der Intermarket Analyse und dienen zur Messung von relativer Stärke zweier Märkte. So kann man bspw. herausfinden, welche Assetklasse zur Zeit Stärke/Schwäche zeigt, oder Aktien, Sektoren und Branchen finden, die zum Gesamtmarkt relative Stärke/Schwäche zeigen. Die Relationslinien lassen sich auch sehr gut als Indikator zu einem Chart hinzufügen.


Der Korrelationsindikator

Mit dem Korrelationsindikator kann man die Korrelation zweier Werte über einen beliebigen Zeitraum messen und man erhält somit einen eindeutigen Wert (zwischen +100% und -100%). Für die Intermarket Analyse ist der Korrelationsindikator eines der wichtigsten Werkzeuge.


Performance Charts

Performance Charts eignen sich sehr gut zum Vergleich der relativen Performance unterschiedlicher Märkte. So können mehrere Märkte gleichzeitig auf einen Blick verglichen werden. Gerade in der Intermarket Analyse spielen Performance Charts daher eine wichtige Rolle.

Die klassischen Intermarket-Korrelationen

Korrelationen zwischen den vier Assetklassen

Nachdem wir über die Grundlagen der Intermarket Analyse gesprochen haben, wird es nun spannend: Zunächst untersuchen wir die Relationen zwischen den einzelnen Assetklassen (Anleihen, Aktien, Rohstoffe, Währungen bzw. US-Dollar). Dabei haben sich 3 grundlegende Intermarket-Korrelationen offenbart, die ich die „klassischen“ Intermarket-Korrelationen nennen möchte. Diese grundlegenden Beziehungen zwischen den Assetklassen haben sich über viele Jahre bewährt, wenngleich es auch hier Veränderungen gab. Die 3 klassischen Intermarket Korrelationen sind:

  1. Die Aktien-Anleihen Relation
  2. Die Rohstoffe-Anleihen Relation
  3. Die Rohstoffe-USD Relation

Die Anleihen-Aktien Relation

Eine der wichtigsten Intermarket-Korrelationen ist diejenige zwischen den Anleihen- und Aktienmärkten. Wir müssen an dieser Stelle jedoch schon festhalten, dass, im Gegensatz zu den beiden anderen klassischen Intermarket-Korrelationen, die bis ca. ins Jahr 2000 andauerende positive Korrelation zwischen Aktien und Anleihen nicht mehr vorhanden ist. Diese hat sich zeitweise sogar in eine negative Korrelation umgewandelt und aktuell ist keine wirklich deutliche langfristig andauernde positive oder negative Korrelation zu erkennen.

Dennoch ist es unbedingt ratsam, sich die Anleihen-Aktien Relation genauer anzuschauen. John Murphy spricht in diesem Zusammenhang von der „alten Normalität“ und der „neuen Normalität. Der Grund für die Umkehrung der Korrelation zwischen Anleihen und Aktien ist im Inflations-Umfeld zu finden, sowie den massiven Markt-Eingriffen der Notenbanken.

Positive Korrelation bis zum Jahr 2000

Bis ins Jahr 2000 gab es eine positive Korrelation zwischen Anleihen und Aktien und eine Trendwende an den Anleihenmärkten war ein sehr gutes Indiz für eine Trendwende an den Aktienmärkten. Der nachfolgende Chart verdeutlicht dies:

Intermarket-Korrelation Anleihen Aktien

Trendwenden am Anleihenmarkt führten in der Vergangenheit häufig zu Trendwenden am Aktienmarkt.

In folgendem schon etwas älteren Video erklärt John Murphy die Anleihen-Aktien Relation.

Negative Korrelation seit 1999

Wie im nachfolgenden Chart zu erkennen ist, haben sich Anleihen und Aktien Ende der 90er Jahre entkoppelt und eine negative Korrelation ausgebildet. Trendwenden am Anleihenmarkt gaben nun Hinweise auf eine bevorstehende Trendwende in die entgegengesetzte Richtung an den Aktienmärkten.

Anleihen-Aktien Korrelation 1999-2004

In den ersten Jahren der 2000er gaben Trendwenden an den Anleihenmärkten Hinweise auf die Top-Bildung (2000) sowie den neuen Bullenmarkt (2003).